
Ein
Kindheitstraum
aus Vollholz
Wohngebäude und Atelier vereinen Kunst, Natur und Wohngesundheit
Bauherrin
Isabel Schützer de Magalhães
Bauort
Starnberger See
Montage
Holzbau Graf GmbH, Weilbachweg 4, 82541 Münsing, Deutschland
Architekt
Planungsbüro Inholz GmbH, 83646 Bad Tölz, Deutschland
Bauzeit
holzius-Rohbau: Anfang bis Mitte September 2023
Materialmengen holzius
ca. 207 m³ Vollholz-Wandelemente, ca. 31,21 m³ Vollholz-Dachelemente
Holzarten
Fichte und Zirbe stark gebürstet
CO2-Speicherpotenzial
ca. 211 Tonnen
Die Künstlerin Isabel Schützer de Magalhães hat am Starnberger See ihr Traumhaus mit leim- und metallfreien Vollholzelementen von holzius verwirklicht.
Am Ufer des Starnberger Sees, umgeben von Wasser, Wäldern und den Bergen des bayerischen Voralpenlands, hat sich die Künstlerin Isabel Schützer de Magalhães einen lang gehegten Lebenstraum erfüllt. Gemeinsam mit ihrem Ehemann entstand in Ambach ein Wohn- und Atelierhaus, das konsequent auf Natürlichkeit, Wohngesundheit und eine Architektur setzt, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet. Realisiert wurde das Gebäude mit leim- und metallfreien Vollholzelementen von holzius, geplant vom Planungsbüro Inholz und umgesetzt mit dem holzius-Partner Holzbau Graf.


Zwischen Brasilien und Bayern
Die gebürtige Brasilianerin kam nach ihrem abgeschlossenen Studium der Veterinärmedizin nach Deutschland und lebt bereits seit vielen Jahren in Bayern. Die Region rund um den Starnberger See faszinierte sie schon lange. Die Nähe zu Seen und Bergen, die Möglichkeit zu schwimmen, Rad zu fahren und gleichzeitig die kulturelle Nähe zu München machten die Gegend für sie zum idealen Lebensmittelpunkt. Seit rund 15 Jahren arbeitet sie als freischaffende Künstlerin mit Schwerpunkt auf Porzellan und Keramik. Farben, Formen und natürliche Materialien prägen nicht nur ihre Arbeiten, sondern auch ihr Verständnis von Architektur und Wohnen.

Natürlichkeit als Grundprinzip
Von Beginn an stand fest, dass das neue Zuhause ein Holzhaus werden sollte. Im Laufe intensiver Recherchen entwickelte sich daraus die Überzeugung, ein Vollholzhaus zu bauen. Für die Bauleute spielten gesundheitliche Aspekte ebenso eine Rolle wie Nachhaltigkeit und Materialehrlichkeit. „Wir wollten möglichst konsequent mit natürlichen Materialien bauen – ohne Chemie, ohne Lacke, ohne Leim. Das Haus sollte sich stimmig anfühlen und die Natur auch im Inneren erlebbar machen“, erklärt Isabel Schützer de Magalhães. Die Entscheidung für ein Vollholzhaus fiel nach umfangreicher Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Bauweisen und Herstellern. Besonders überzeugten die Eigenschaften des Holzes hinsichtlich Diffusionsoffenheit, Raumklima und Energieeffizienz.
Wohnen und arbeiten unter einem Dach
Das Gebäude vereint zwei zentrale Lebensbereiche: Wohnen im rechten Bereich und künstlerisches Arbeiten im linken Bereich des Wohnhauses. Die funktionale Gliederung des Gebäudes ist sowohl in seiner Form als auch in der Fassadengestaltung ablesbar. Anselm von Huene zum architektonischen Konzept:
„Der ausgebildete Doppelgiebel differenziert die Bereiche Wohnen und Arbeiten, verleiht dem Baukörper eine eigenständige Identität und reduziert zugleich optisch das vergleichsweise große Bauvolumen.“


Ein Haus mit Geschichte
Obwohl es sich um einen Neubau handelt, war es den Bauleuten wichtig, historische Elemente zu integrieren. Alte Balken aus der Region wurden als Pfosten in die Treppe eingebaut, Kacheln des früheren Hauses fanden ihren Platz am neuen Kamin. Besonderes Augenmerk zieht die antike Eingangstür auf sich. Das historische Einzelstück stammt ursprünglich aus Indien und fand seinen Weg über Italien an den Starnberger See. Die Inschrift ist in Sanskrit verfasst, der ältesten sakralen und klassischen Gelehrtensprache Indiens, und zeigt die Hausnummer sowie den Namen der früheren Bewohner. Vom Schreiner wurde sie zu einer modernen Sicherheitstür umgebaut.
„Für mich ist eine Eingangstür viel mehr als ein Bauteil. Sie markiert den Übergang von außen nach innen. Ich wollte eine Tür, die eine Geschichte erzählt. Als ich diese Tür gesehen habe, wusste ich sofort: Das ist unsere Tür.“
Die Kombination aus alten Materialien, naturbelassenem Vollholz und modernen Gestaltungselementen verleiht dem Gebäude einen unverwechselbaren Charakter. Industrielle Elemente aus Metall treffen auf traditionellen Kachelofen, großzügige Fensterflächen auf stark gebürstete Vollholzwände. Bis auf die Nassbereiche wurden alle Vollholzelemente in Sichtholzqualität belassen, im Obergeschoss wurde für die Wandelemente Zirbenholz verwendet.
Das Tennentor neu interpretiert
Der großzügige, mittig angeordnete Eingang zu Atelier und Büro nimmt Bezug auf das charakteristische Tennentor und verleiht dem Arbeitsbereich eine eigenständige Adresse. Als Sonnen- und Sichtschutz wurde vor der großformatigen Verglasung ein einfaches, verschiebbares Holztor angeordnet. Im geschlossenen Zustand verleiht es dem Gebäude eine ruhige, reduzierte Erscheinung, während es geöffnet den Blickbezug zwischen Innenraum und Landschaft freigibt. Der Vorteil: Besucherinnen und Besucher können das Atelier direkt betreten, ohne durch die privaten Wohnräume zu gehen. Für die Künstlerin war diese Verbindung von Nähe und Distanz ein wesentliches Planungselement: „Mein Traum war immer, das Atelier im Haus zu haben und trotzdem beide Bereiche voneinander trennen zu können.



Vertrauen in die eigene Vision
Heute blickt Isabel Schützer de Magalhães nicht nur auf ein gelungenes Bauprojekt zurück, sondern auf die Verwirklichung eines Herzenswunsches. Das Haus am Starnberger See steht für eine Haltung, die sie aus dem gesamten Prozess mitgenommen hat.
„Wenn man etwas wirklich machen möchte, sollte man es nicht immer weiter aufschieben. Irgendwann muss man den Schritt gehen und darauf vertrauen, dass es richtig ist. Dieses Haus hat mir gezeigt, dass man seinen Träumen folgen sollte.“





















